Tunesien/Sahara Nov./Dez. 2018

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Nie wieder
Im Dezember
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Die Hippie-Szene feierte 2018 ihr 50jähriges Jubiläum.
Die damaligen 68er sind heute Rentner.
Für mich Grund genug, mal eine „Oldie-Retro Hippie Trail Tour“ zu starten.
In der Ausschreibung stand lediglich, dass die Fähre am 14.11. von Civitavecchia nach Tunis startet und am 12.12. wieder in Italien ankommt.
Es gab keinen Reiseplan und keine Tourenbeschreibung.
Dennoch haben sich 14 Personen in 8 Autos gemeldet.
Ziel sollte es sein, sich noch einmal, wie einst die Hippies, einfach treiben zu lassen.
Das ist nicht wirklich gelungen.
Im Senioren-Alter müssen dann wohl doch einige Dinge geregelt sein, um ein Wohlgefühl zu haben.
“Wie lange fahren wir heute?“ „Besichtigen wir El Djem?“. Kommen wir am Chott el Jerryd vorbei?“ „Ich müsste noch Brot kaufen.“
„Können wir noch an einer Tankstelle anhalten?“
So einfach zu 100% auf den Scout verlassen, war doch ein wenig zu hoch gegriffen.
Trotz alledem hat sich jeder Teilnehmer ein bisschen fallen und treiben lassen, so dass dennoch ein Gefühl der Gelassenheit aufkam.
Hinzu kam, dass sich alle Oldies gut verstanden haben. Es gab keinen Abend, an dem die Gruppe nicht zusammengesessen hat. Leider nie sehr lange
Im Dezember sind die Tage kurz und die Nächte lang und kalt.
Morgens tauchte bei ca. 5 Grad die Sonne gegen 8.00 Uhr am Horizont auf und erhöhte die Temperatur bis 10.00 Uhr auf 20 Grad und gegen Mittag bis 25/28 Grad.
Gegen 16.30 Uhr verschwand sie wieder. Dann wurde es sofort kalt und dunkel.
Ohne Lagerfeuer sind wir gegen 20.30 Uhr in unsere Schlafsäcke gekrochen.
So viel und so lange haben die Teilnehmer seit Jahren nicht mehr geschlafen.
Nein, im Dezember nicht noch einmal.
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Nach Tunesien aber immer wieder gern.
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Nach 18 Stunden Schifffahrt betritt man einen anderen Kontinent. Und das spürt man.
Hier in Nord-Afrika findet das Leben auf der Straße statt. Während bei uns zur Tagesschau-Zeit die Bürgersteige hochgeklappt werden und man lediglich noch Hundebesitzer Gassi-Gehen sieht, ist es auf den Straßen voll. Autos und Mofas bahnen sich knatternd einen Weg durch die engen Gassen, die Männer sitzen im Cafe, die kleinen Geschäfte haben noch spätabends geöffnet und der Muezzin ruft lautstark zum Gebet.
Früher fand ich den Muezzin-Ruf einfach nur exotisch. Wer hat schon über den Islam nachgedacht. Heute hat das leider einen leicht bitteren Nachgeschmack bekommen.
Aber auch nicht mehr. Angst muss man als Tourist in Tunesien nicht haben.
Noch während unserer Reise haben wir vom Attentat in Straßburg gehört. Eine Reise nach Frankreich ist offensichtlich gefährlicher.
Tunesien hat unglaubliche Angst, dass den Touristen etwas passieren könnte und die Guard-National ist deshalb überall präsent. Wir haben es erlebt, dass die Nationalgarde 3 Mal in der Nacht zu unserem Camp kam um zu sehen, dass alles in Ordnung ist.
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Tunesien hat seit dem Arabischen-Frühling 80% Einbruch in der Touristikbranche.
Wir haben in den 4 Wochen 2 Wohnmobile gesehen und eine Gruppe von 3 Geländewagen aus Italien.
Auf den Märkten und Basaren, wo einst die Touristen von den Händlern angesprochen wurden, sieht man derzeit nur Einheimische.
Die Folge ist einleuchtend. Geschlossene Hotelanlagen und Campingplätze, die es nicht mehr gibt.
Unsere Tour war eine Mischung aus Orient, Sightseeing, Sahara-Feeling und Urlaub.
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Wir haben die Klassiker besucht. Als da sind:
Tozeur, die Filmkulissen von Star-Wars, Douz - das Tor zu Sahara, die Salzseen,
die Suks und Basare und natürlich die Oase Ksar Ghilane und Tembaine.
Und natürlich haben wir mit voller Leidenschaft den Sahara-Sand und die Dünen genossen.
4 Tage am Stück nur die Dünenlandschaft genossen und den fantastischen Sternenhimmel betrachtet.
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Einfach ein tolles Erlebnis, wenn man registriert, dass die Mondsichel tatsächlich schräg steht.
Was begeistert sonst noch einen europäischen Touristen. Außer Land, Leute, Märkte, und Sahara?
Zunächst die absolute Freundlichkeit der Menschen und ihre Toleranz. Auch untereinander. Frauen mit Burka sind die Ausnahme.
Und dann natürlich tanken. 50 Cent pro Liter. Da tankt man doch gern.
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Mathematik ist nicht meine Stärke. Aber ich glaube, dass ich für 7 Baguette-Brote insgesamt 30 Cent bezahlt habe.
Unsere Lebensmittel-Vorräte wurden kaum kleiner, weil wir sehr oft Essen waren.
Ein Gericht mit Brik, Salat, Oliven und Harissa als Vorspeise und dann Lamm mit Pommes und anschließend Obst oder Datteln hat mit viel Wein unter 10,- € gekostet.
Beim Stichwort Wein komme ich dann gleich noch auf das Thema Alkohol. Wir haben Alkohol nach persönlichem Bedarf mitgenommen.
Kontrolliert wird das bei der Einreise nicht. Eine Stange Zigaretten gibt es für 12,- € und für eine Flasche Whisky
kann man beim Händler im Hafen schon 3 – 4 Ton-Karaffen bekommen.
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Ich wünsche diesem Land, dass es schnell Stabilität auf allen Gebieten erreicht, damit die Menschen Arbeit und eine Perspektive haben.
Nur so haben radikale Gruppen keine Chance, unzufriedene Jugendlich zu sich zu locken.
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Tunesien – ich komme wieder.
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